Bürgerinitiative Kein CO2 Endlager Altmark
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In der westlichen Altmark im Norden von Sachsen-Anhalt an der Grenze zu Niedersachsen steht eine betriebsbereite Anlage zur CO2-Endlagerung. Die Energiekonzerne Vattenfall und Gaz de France Suez (GDF SUEZ) unter wissenschaftlicher Begleitung durch das Deutsche GeoForschungsZentrum (GFZ) beabsichtigen in einem Pilotprojekt 100.000 Tonnen CO2 aus einem Lausitzer Braunkohlekraftwerk mit CO2 Abscheidung (CCS-Technologie) in poröse Sandsteinschichten unter die Altmark zu verpressen. Die bisherige Durchführung dieser Pläne scheiterte am erbitterten Widerstand von Bevölkerung und Politikern aus der Altmark und vielen weiteren betroffenen Gebieten in anderen Bundesländern.
Das Pilotprojekt lief daraufhin am 30.06.2011 aus, da die notwendige gesetzliche Grundlage dafür fehlte. Der im Bundestag verabschiedete CCS-Gesetzentwurf wurde im Bundesrat am 23.09.2011 gestoppt. Die Gesetzgebung sieht in derartigen Fällen vor, durch einen Vermittlungsausschuss einen zustimmungsfähigen Kompromiss zu erarbeiten. Andernfalls ist das Gesetz gescheitert.
Es ist bemerkensmert, das der Vermittlungsausschuss in diesem Fall nicht vom Bundesrat angerufen wurde, sondern von der Bundesregierung. Dieses verdeutlicht die Stärke der Ablehnung eines CCS-Gesetzes auf der Länderebene.
Ob es eine Einigung gibt, steht zum aktuellen Zeitpunkt nicht fest. Durch diese Unsicherheit hat sich Vattenfall veranlasst gesehen, das von Ihnen in Jänschwalde geplante CCS-Kraftwerk auf das Jahr 2020 zu verschieben. Es ist derzeit völlig offen, was aus der betriebsbereiten Anlage in Maxdorf wird. Dieses wird maßgeblich durch die Gesetzgebung beeinflusst werden. Die Bürgerinitiativen in Deutschland haben in einem Appell mit Unterstützung von weit über 100.000 Personen
die klare Positionierung Deutschlands durch ein CCS-Unterlassungsgesetz gefordert. Nur dieses bietet auch für die Altmark die Sicherheit, dass die betriebsbereite Anlage zur CO2-Endlagerung nicht genutzt wird.
Die CO2-Endlagerung ist vorgesehen in einem Gebiet ehemaliger Gaslagerstätten, welches ca. 2000km2 umfasst und von ca. 100.000 Menschen bewohnt wird (Karte, hier klicken)
Hier befinden sich - je nach Angaben - 450 bis 600 Bohrungen mit einer Tiefe von ca. 3000-3500 Metern, welche zu Zeiten der DDR verschlossen wurden, jedoch nicht unter dem Aspekt einer für Jahrtausende sicheren Endlagerung von CO2. Ein Gefährdungspotential durch austretendes CO2 ist somit nicht abzuschätzen. Auch von den Betreibern liegt dafür kein Konzept vor: "Im Bereich des Reservoir- und Umweltmonitorings gibt es bislang noch keine entwickelten Konzepte, die EGR*-Maßnahmen bei gleichzeitiger Speicherung von Kohlendioxid beschreiben." (Quelle: www.clean-altmark.org - Internet-Seite des Pilotprojektes in der Altmark)
Sicher ist hingegen, dass 8% CO2 in der Luft tödlich sind für den Menschen. Weitere Risiken ergeben sich daraus, dass das zu verpressende CO2 mit weiteren Schadstoffen aus der Kohleverbrennung wie z.B. Salzsäure, Flusssäure verunreinigt ist. Die Menge von 100.000 Tonnen verpresstem CO2 entsprechen 54.100.000 m⊃3; gasförmigem CO2, bei einer Konzentration von 8% ausreichend um 1/3 des Altmarkkreises Salzwedel einen Meter hoch abzudecken.
Weiterhin besteht durch die CO2-Verpressung die Gefahr, dass das im Tiefengestein befindliche Salzwasser - welches um ein Vielfaches salziger als Meerwasser ist - in das Grundwasser gelangt und dieses versalzt.



